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Dies ist das Herz unserer Website: die Artikel über himmlisches lieben. Viel Spaß beim Lesen (und Ausprobieren).
 
Spirituelle Sexualität - Die Transformation der Sexualkraft
Taoismus und die Kunst der Ejakulationskontrolle
Karezza: Nullrunden-Sex für die Verbindung der Herzenergien
OMing: Orgasmische Meditation
Die Dreierregel: Women first
Der Weg ist das Ziel - Lösen Sie sich von der Orgasmusfixierung
Versuchs mal mit ... Langsamkeit!
 
Artikel von uns in Zeitschriften:
OMing - Eine orgasmische Meditation zur sexuellen Befreiung
ConnectionTantra: Lust als Weg zur Tanszendenz
Connection-Special Nr. 88, 1/11
Seiten 62-63 Artikel-Vorschau

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Bildquelle: Andrea Kusajda / pixelio.de

Die aktuellen Artikel:
Die energetische Entwicklung der Erde führt zu höheren Schwingungsqualitäten, die eine direkte Auswirkung auf jedwede Energieform haben. Insbesondere auch auf die stärkste Energie des Menschen - die Sexualenergie.

Spirituelle Praktiken, die die Sexualkraft als Weg zur Bewusstseinserweiterung verwenden, werden immer populärer. Tantriker wollen mit sexuellen Ritualen die kosmische Kraft erwecken und einen bewussteren Kontakt zur eigenen Göttlichkeit herstellen. Die taoistische Sexuallehre stellt die Sexualkraft in den Dienst der geistigen Entwicklung und der Transformierung  in spirituelle Energie. Naturreligionen feiern die "heilige Hochzeit" und ehren damit Himmelsgott und Erdgöttin. Allen gemeinsam ist, dass sie die Sexualität nicht unterdrücken sondern kultivieren.

In allen Religionen und Traditionen gab und gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Spiritualität und Sexualität: Entweder, indem die Sexualkraft geehrt und als Werkzeug angesehen wird, die das Tor zu anderen Dimensionen öffnen kann. Oder, das Gegenteil, indem sie verneint und unterdrückt wird und die sexuelle Abstinenz als Voraussetzung für die spirituelle Entwicklung propagiert wird. Vor allem die christlichen Traditionen lehrten eine vollständige Trennung zwischen Körper und Seele. Noch heute vertritt die katholische Kirche Auffassungen, nach denen das Sexualverhalten der meisten heutigen   Menschen verwerflich ist: Selbstbefriedigung, nichtehelicher und homosexueller Geschlechtsverkehr, Verhütungsmittel usw. werden als “unnatürlich” und dadurch sündig abgelehnt.

Spirituelle Sexualität bietet uns einerseits die Chance, unsere Sexualität zu heilen und zwar sowohl bezüglich einschränkender Moralvorstellungen als auch bezüglich erlittener Verletzungen und Ängsten. Andererseits können wir die der Sexualität innewohnende schöpferische Kraft für unsere spirituelle Entwicklung und die Erweiterung unseres Bewusstseins einsetzen.

Sexualität ist Schöpfungsenergie
Die Sexualkraft, der Geschlechtstrieb, ist die stärkste Energie in unserem Körper. Aus ihr sind wir entstanden, sie erhält uns am Leben, sie liefert die Energie für unseren kreativen Ausdruck und sie lässt uns neues Leben erschaffen. Sexualität ist
neutral, sie ist weder gut noch schlecht - sie ist einfach reine Schöpfungsenergie.

Schon vor über 2000 Jahren entdeckten die Taoisten in China, dass die Geschlechtsorgane des Menschen über die göttliche Macht verfügen, Leben zu erschaffen und zu gestalten. Sie entwickelten deshalb Methoden, um diese lebenserschaffende Energie zu bewahren, zu harmonisieren und zu vermehren - für das Ziel der direkten, spürbaren Gotteserfahrung.

  Diese unbändige Kraft und Energie schafft aber auch große Unsicherheiten bei uns Menschen, weil sie uns schlicht und einfach überwältigt. Um dieser Unsicherheit zu entkommen, versuchen wir die sexuelle Energie zu kontrollieren und zu bewerten.

Neben den bekannten Konsequenzen bezüglich Moralvorstellungen und Abwertungen, ist dies auch die Ursache für die erschreckend große Unbewusstheit gegenüber der Sexualität. Sie ist oft reiner Selbstzweck oder Triebbefriedigung.

Je mehr Bewusstheit wir jedoch unserer eigenen Sexualität entgegenbringen, desto mehr sind wir in der Lage, diese Schöpfungsenergie in spirituelle Energie zu transformieren.


Spirituelle Sexualität ist altes Wissen
In vielen alten Religionen und Traditionen spielte die Sexualität innerhalb von Ritualen eine große Rolle. Die ältesten religiösen Zeremonien waren Fruchtbarkeitsriten. Die Sexualität wurde als eine elementare Lebenskraft angesehen, die für das Wachstum der Viehherden, reiche Ernten und der Sicherung der
Nachkommenschaft verantwortlich war und in sexuell ausschweifenden Feiern verehrt. Sie diente dem Ausdruck der persönlichen Spiritualität.

Ab der Bronzezeit war die Hierogamie, die "heilige Hochzeit", in den religiösen Riten von zentraler Bedeutung.  Es handelte sich dabei um die mythologische geschlechtliche Vereinigung eines göttlichen Paares, wie z.B. Himmelsgott und Erdgöttin, die stellvertretend vom jeweiligen Herrscher und einer Priesterin nachvollzogen wurden.

Im klassischen Griechenland wurden die Fruchtbarkeitsgötter in besonderen Tempeln mit orgiastischen Feiern verehrt. Der Hedonismus, das Streben nach Sinneslust und Genuss, war Ausdruck der Lebensfreude und der Würdigung des Körpers und seiner Geschlechtsfunktion. Damit fühlte man sich den Göttern verbunden, denen man ein lebhaftes und vielseitige Liebesleben zugestandt.

Bis zur Entdeckung Polynesiens durch christliche Seefahrer gehörten ihre Bewohner zu den sexuell freiesten Menschen der Welt, deren religiöse Riten

  sinnliche Lust und sexuelle Darbietungen beinhalteten. Auch hier strebte man den Göttern nach, von denen man glaubte, dass sie sexuell sehr aktiv, also schöpferisch tätig, wären.

Selbst das Judentum kennt eine Verbindung von Spiritualität und Sexualität. Zwar ist erst die Heirat die Schwelle zur aktiven Sexualität, diese wird aber durch Segen wie "Schenke diesen liebenden Gefährten große Freude, so wie Du Adam und Eva Freude gabst" geheiligt.

Mit Visualisierungen während der sexuellen Vereinigung - beide denken an die göttlichen Namen des Erhaben - wird die spirituelle Dimension einbezogen. Die mystische Lehre im Judentum, die Kabbalah, geht sogar einen Schritt weiter: Die Vereinigung von Mann und Frau wird als ein Mittel zum Erreichen von Transzendenz gesehen, die Füllung der Seele durch das Licht des Schöpfers.

Das sei auch der Grund, weshalb wir es einfach nicht vermeiden können, an Sex zu denken. “Die Anziehungskraft zum anderen Geschlecht und zum Genuss sind das Streben zu diesem Endzustand  - die Anheftung an den Schöpfer, genannt "Sivug" (unendliche sexuelle Vereinigung).” (www.kabbalah.info/de/)

Im asiatischen Kulturkreis gab es zeitweise gegensätzliche Tendenzen: neben den asketisch orientierten Traditionen entstanden Bewegungen wie Tantrismus, Taoismus und Kundalini-Yoga, die die sexuelle Energie bewusst für die spirituelle Entwicklung verwendeten.

Die Karezza-Vereinigung
Interessanterweise gab es auch in der christlichen Einflusssphäre immer wieder Ansätze, das kirchliche Dogma zu durchbrechen, und die Spiritualität mit der Sexualität zu verbinden. Eine davon ist die Praxis des Karezza, die der Begründer der religiösen Lebensgemeinschaft "Oneida" (1848 - 1881 im amerikanischen Bundesstaat New York), John Humphrey Noyes, entwickelte. Er unterschied den Geschlechtsakt in eine soziale und eine zeugende Funktion, wobei letztere in der Vertiefung der Liebe, eine innige Verbundenheit und eine intensive Herzverbindung besteht.
Nach der körperlichen Vereinigung überlassen sich die Partner dem Auf und Ab der Erregung ohne physiologische Auslösung in den Orgasmus. Mann und Frau konzentrieren sich auf das Strömen der sexuellen Energie, bei der Karezza-Vereinigung "Magnetation" genannt. Sobald die Erregung dem Höhepunkt zusteuert, lässt (vor allem) der Mann die Erregungskurve bewusst wieder sinken. In dieser Verbindung verbleiben Mann und Frau eine lange Zeit, spüren und genießen die strömenden Energien, die schlussendlich in einer körperlichen und geistigen Verschmelzung und dem Gefühl des Einsseins gipfeln. Eine ausführliche Erläuterung der Karezza-Vereinigung erhalten Sie unter himmlisch-lieben.de/artikel/karezza.htm.

Tantrismus - Mit Energielenkung zur Erleuchtung
Der Tantrismus hatte seine Blütezeit zwischen dem 8. und 10. Jhd. n. Ch. und ist eine Richtung innerhalb des Hinduismus und des Buddhismus, in der Meditation, Magie, Mystik und Rituale eine große Rolle spielen.

Das zentrale Element der tantrischen Lehre ist die Vereinigung der männlichen und weiblichen Polaritäten, symbolisiert durch die Gottheiten Shiva (männliches Prinzip) und Shakti (weibliches Prinzip). In der rituellen sexuellen Vereinigung wird die Kundalini-Energie - die grundlegende Vitalenergie des Menschen - geweckt, und in erweiterte Bewusstseinszustände, mit dem letztendlichen Ziel der Erleuchtung, verwandelt. Der Tantrismus ist deshalb hauptsächlich eine Anleitung zur Energielenkung im Körper.

  Die erweckte Kundalini-Energie wird vom 1. und 2. Chakra ausgehend, durch die anderen Chakren nach oben geleitet. Die Erleuchtung, die Einheit mit allem, ist erreicht, wenn die Kundalini-Energie im 7. Chakra angekommen ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei das 4. Chakra, die Herzenergie. Alte Texte verweisen darauf, dass wahre Erleuchtung nur dann erreicht werden, kann, wenn der/die Praktizierende mit der Energie des Herzens in Berührung kommt und diese freisetzt.

Der im Westen verbreitete Neo-Tantrismus, der von Osho initiiert wurde, unterscheidet sich stark vom ursprünglichen Tantra, das im Wesentlichen eine Geheimlehre war, die über Jahre von einem Meister an seine Schüler übermittelt wurde. Dennoch können die hier gelehrten Inhalte und Übungen eine intensive therapeutische und spirituelle Wirkung haben.
Die Verbindung von Sexualität und Herz
Eine Übung,  die von nahezu allen Schulen des Neo-Tantrismus gelehrt wird, ist die Verbindung von Sexualität und Herz, die Sie alleine oder mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin ausführen können. Am intensivsten ist die Wirkung, wenn Sie diese Übung anwenden, während sich eine sexuelle Spannung in Ihnen aufgebaut hat. Sie eignet sich aber auch als Bestandteil Ihrer täglichen Meditationspraxis.

Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen, nehmen Sie einen tiefen Atemzug und ziehen Sie dabei die Energie mit dem Einatmen aus den Genitalien in den Herzbereich oder sogar bis zum dritten Auge. Spannen Sie dabei den Beckenboden (den sog. PC-Muskel) so fest an wie möglich. Halten Sie den Atem und die Spannung etwa drei Sekunden an. Leiten Sie den Ausatem anschließend über den gleichen Weg wieder zurück und entspannen Sie den Beckenboden.

Die sexuelle Energie aus dem 1. und 2. Chakra wird so durch die Energiebahnen nach oben in bzw. durch den Herzbereich geleitet und dabei transformiert. Die körperbezogene Sexualenergie wird durch die Vereinigung mit der Herzenergie in die spirituelle Dimension überführt.

Taoismus - Sexualität als Ausdruck göttlicher Kraft
Der von Lao-Tse begründete Taoismus war neben Buddhismus und Konfuzianismus jahrhundertelang eine der drei wichtigsten Religionen Chinas. Die Taoistischen Meister und Meisterinnen waren davon überzeugt,
dass alles Leben auf der universellen Lebensenergie - dem Chi - basiert.

Die Hauptquelle des Chi stellte für sie die Sexualenergie dar, der eine schöpferische, also göttliche Kraft innewohnt, die neues Leben erschaffen kann. Sie stellten deshalb die Sexualität in den Dienst der allgemeinen Gesundheit des Körpers und entwickelten die taoistische Sexuallehre.

Worum es den Taoisten ging, war der bewusste Umgang mit Lebensenergie, ihre Steigerung und ihre Heilwirkung. Jeder Liebesakt ist ein Austausch von Energien, jede sexuelle Handlung lässt den Energiepegel ansteigen - oder eben sinken, wie bei einer Ejakulation.

  Das sexuelle Kung-Fu, wie die Übungen und Methoden der taoistischen Sexuallehre auch genannt werden (Kung-Fu bedeutet wörtlich "Übung"), zielt darauf ab, die sexuelle Energie im Körper zu halten, sie zu steigern und sie dann für kreative geistige und körperliche Zwecke zu verwenden. Die Lehre des Tao ermuntert sogar dazu, die sexuelle Energie jeden Tag zu spüren, denn bei Erregung produziert der Körper Sexualhormone, die als die Quelle der Jugend und Verjüngung angesehenen werden.

Eine der bekanntesten Praktiken der taoistischen Sexuallehre sind die Übungen, die Männer dazu befähigen, Orgasmen zu erleben ohne dabei zu ejakulieren (multiple Orgasmen). Anstelle eines mit der Ejakulation einhergehenden Energieverlustes, wird die sexuelle Energie dabei in mehr Lebenskraft umgewandelt. Sie lernten aber auch dieses Mehr an Energie in geistige Energie zu transformieren, in ein Mehr an schöpferischer Kraft.

Kurz vor dem Orgasmus befindet sich der Körper auf einem sehr hohen Energielevel. Dieser hohe energetische Zustand wird genutzt, um höhere, nämlich spirituelle Dimensionen zu erreichen.

Bewusstheit in die Sexualität bringen
Die erhöhte Schwingungsqualität der Erde erleichtert es uns, feinere, höher schwingende Energien in unserem Körper wahrzunehmen. Und das führt uns, fast ohne unser Zutun, in direkten Kontakt mit unserer Sexualenergie, der schöpferischen
Lebensenergie. Wenn wir uns damit auseinander setzen, dann kann die spirituelle Sexualität ein Tor zu höheren Bewusstseinszuständen sein. Die Sexualorgane sind dabei genauso ein Werkzeug, wie andere Praktiken (z.B. Meditation, Yoga, Mantren, Qi Gong).

Bei allen spirituellen Traditionen, die die sexuelle Energie dafür verwenden, um etwas zu bewirken, was über unser begrenztes Dasein hinausgeht - also

   Bewusstseinerweiterung zu erreichen - geht es darum, Bewusstheit in die Sexualität zu bringen. Die geweckten Energien wahrzunehmen, sie zu lenken und zu transformieren.

Die Voraussetzung dafür ist eine gesunde Sexualität, d.h. den Sex genießen zu können, Spaß daran zu haben, ihn als etwas schönes anzusehen und Orgasmen haben zu können. Dazu gehört auch ein guter Kontakt zum eigenen Körper.

Spirituelle Sexualität ist etwas für leidenschaftliche Menschen, die einen sinnlichen und sinnesfreudigen Weg für den Ausdruck ihrer Spiritualität gehen. Das soll aber kein Werturteil gegenüber Menschen sein, die ihre sexuelle Energie nicht in ihren spirituellen Weg integrieren können oder möchten. Diese werden einen anderen, für sie passenderen Weg finden.

Kreativ visualisieren mit Sexualmagie
Bei der Sexualmagie wird Sexualkraft in eine beabsichtigte Richtung gelenkt, um beispielsweise Herzenswünschen Energien zu geben, damit diese sich materialisieren. Damit werden Methoden wie die kreative Visualisierung oder die Bestellungen ans Universum mit zusätzlicher Energie unterstützt.
1. Stellen Sie sich das Ziel, das Sie erreichen möchten, in allen Einzelheiten vor.
2. Konzentrieren Sie sich während des Geschlechtsakt die ganze Zeit auf dieses Ziel.
3. Lenken Sie beim Orgasmus alle freigesetzten Energien auf dieses Ziel. Die Energie geht immer dorthin, wohin Sie Ihre Aufmerksamkeit richten. Alternativ: Stoppen Sie die Stimulation vor dem Orgasmus und ziehen Sie die Energie aus dem Genitalbereich mit dem Atem in das 7. Chakra, in dem Sie sich das Ziel visualisieren.

Bildquellen:
Yin-Yang-Feld: Elke Salzer / pixelio.de
Schöpfungsenergie: olga meier-sander / pixelio.de
Fruchtbarkeitsriten: Templermeister / pixelio.de
  Buddhastatue: Dr. H. Hoppe / pixelio.de
Yin-Yang: Carina Döring / pixelio.de
Bewusstheit: Henning Hraban Ramm / pixelio.de


Die meisten Männer (und auch die Mehrzahl der Frauen) im Westen gehen davon aus, dass der Samenerguss unvermeidlich den Höhepunkt der männlichen Erregung darstellt, der Geschlechtsverkehr also natürlicherweise in einem Orgasmus mit Ejakulation mündet. Das bedeutet in der Regel auch, dass das Liebesspiel mit dem Samenerguss des Mannes endet. Orgasmus und Ejakulation scheinen beim Mann also immer zusammen zu gehören.

Die Taoisten in China entdeckten jedoch schon vor über zweitausend Jahren, dass dies keine unumstößlichen Tatsachen sind. Sie beschäftigten sich intensiv mit der sexuellen Energie und fanden heraus, dass Orgasmus und Ejakulation nicht dasselbe sondern zwei voneinander unabhängige Prozesse sind - dass Männer sogar multiple Orgasmen haben können, ohne zu ejakulieren.

Wir wollen in diesem Artikel keine Anleitung geben, wie Männer durch taoistische Übungen (Sexuelles Kung-fu) multiorgasmisch werden können, sondern dazu inspirieren, sich dem Thema männlicher Orgasmus und Ejakulation einmal von einer anderen Sichtweise zu nähern und vielleicht neue Wege auszuprobieren.
Die beschriebenen Methoden können Männer dabei unterstützen, sich beim Liebesspiel mehr zu entspannen - vor allem, wenn sie bisher noch nicht gelernt haben, den Zeitpunkt ihrer Ejakulation zu kontrollieren. Wenn Sie sich speziell dafür interessieren, wie Sie ein “Multi-Orgasmus-Mann” werden können, empfehlen wir Ihnen das Buch “Öfter, länger, besser” von Mantak Chia und Douglas A. Arava.

Taoismus und männlicher Orgasmus
Der Orgasmus ist einer der bisher am wenigsten verstandenen sexuellen Vorgänge. Lange Zeit wurde angenommen, dass er lediglich im Genitalbereich stattfindet, heute vertreten Sexualforscher jedoch die Auffassung, dass der Orgasmus in erster Linie ein Hirnvorgang ist. Die Ejakulation dagegen ist nichts weiter als ein unwillkürlicher Muskelspasmus.

Die taoistischen Meister waren Ärzte, die die Sexualität in den Dienst der allgemeinen Gesundheit des Körpers stellten. Sie entdeckten, dass die sexuelle Energie eine wesentliche Quelle der menschlichen Lebenskraft ist. Aus eigener Erfahrung wussten sie aber auch, dass die Ejakulation dem Mann Energie entzieht. Jeder Mann kennt das Gefühl der Erschöpfung nach dem Samenerguss. Nicht umsonst nennen die Franzosen die Ejakulation “la petit mort”, den “kleinen Tod”.

Forschungen der University of Arizona haben ergeben, dass die Samenproduktion einen Mann viel Kraft kostet, weil eine ganze Menge biochemischer Prozesse währenddessen ablaufen. Möglicherweise hängt die durchschnittlich höhere Lebenserwartung von Frauen auch damit zusammen, dass Männer Spermien produzieren. Bei jedem Samenerguss werden zwischen fünfzig und zweihunderfünfzig Millionen Spermien produziert, wovon jedes einzelne in der Lage ist, zusammen mit der Eizelle, neues Leben zu erschaffen. Ein immenser Aufwand, der viel Energie benötigt. Die Taoisten glauben sogar, dass es sich dabei um eine besondere Art von Energie handelt, die orgastische Energie, die von sämtlichen Organen und Drüsen geliefert wird. Der taoistischen Lehre zufolge wird Körper und Geist gestärkt sowie die Gesundheit gefördert, wenn der Körper nicht ständig den Spermavorrat auffüllen muss.
 
Um nicht missverstanden zu werden: der Taoismus predigte nicht die Enthaltsamkeit wie Christentum, Judentum und Islam Jahrhunderte danach. Im Gegenteil: taoistische Ärzte bezogen die Sexualität bewusst in den Heilungsprozess ein, manchmal verordneten sie sogar bestimmte Liebestechniken.

Worum es ihnen jedoch ging, war der bewusste Umgang mit Lebensenergie, ihre Steigerung und ihre Heilwirkung. Jeder Liebesakt ist ein Austausch von Energien, jede sexuelle Handlung lässt den Energiepegel ansteigen - oder eben sinken, wie bei einer Ejakulation.

Das sexuelle Kung-Fu, wie die Übungen und Methoden der taoistischen Sexuallehre auch genannt werden (Kung-Fu bedeutet wörtlich “Übung”), zielt darauf ab, die sexuelle Energie im Körper zu halten, sie zu steigern und sie dann für kreative geistige und körperliche Zwecke zu verwenden. Die Lehre des Tao ermuntert sogar dazu, die sexuelle Energie jeden Tag zu spüren, denn bei Erregung produziert der Körper Sexualhormone, die als die Quelle der Jugend und Verjüngung angesehenen werden.

Einige der Methoden dienen als Vorbereitung dafür, dass Männer Orgasmen, sogar multiple Orgasmen, erleben können, ohne zu ejakulieren. Diesen Weg zu zeigen, ist nicht die Absicht dieses Artikels; wir beschränken uns hier auf Tipps, Übungen und Techniken, die Männern helfen können, ihre Ejakulation zu kontrollieren.

Selbstbeherrschung ist eine große Herausforderung
“Die männliche Sexualität ist im Westen weiterhin fälschlicherweise auf das zwangsläufig enttäuschende Ziel der Ejakulation (des “Abspritzens”) ausgerichtet, anstatt den orgastischen Prozess des Liebesakts zu erschließen”, so beschreibt Mantak Chia, der Autor des oben erwähnten Buchs, treffend, welchen Vorteil Männer daraus ziehen, wenn sie ihre Ejakulation besser kontrollieren können. Bei allen spirituellen Traditionen, die die sexuelle Energie dafür verwenden, um etwas zu bewirken, was über unser begrenztes Dasein hinausgeht - also Bewusstseinerweiterung zu erreichen - geht es darum, Bewusstheit in die Sexualität zu bringen. Die geweckten Energien wahrzunehmen, sie zu lenken und zu transformieren.

Aber auch für die frühen Taoisten und Tantriker war die Selbstbeherrschung bei der Ejakulation eine große Herausforderung, die es zu meistern galt, bevor man sich den Ritualen und Übungen widmen konnte. In den alten Schriften findet man nicht umsonst jede Menge Methoden für die Ejakulationskontrolle. Wenn auch viele davon einfach nur kompliziert und unpraktisch sind, so können wir modernen westlichen Männer dennoch einiges von ihnen lernen. Sei es, um gemeinsam mit unserer Partnerin neue Dimensionen der Verschmelzung zu erleben (wie beispielsweise beim Karezza), oder einfach nur, um als Mann Selbstbewusstsein zu tanken.

Wie bei allen anderen Fertigkeiten, braucht auch die Kunst der Ejakulationskontrolle etwas Training. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn die nachfolgend aufgeführten Übungen nicht sofort funktionieren. Mit relativ hoher Sicherheit, werden sie Sie aber früher oder später einen Nutzen daraus ziehen können
 
1. Zeit und Ruhe
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Kunst der Ejakulationskontrolle ist, sich beim Sex bewusst Zeit und Ruhe zu nehmen. Durch das Vorbild von Pornofilmen und ein gewisses Maß an Unwissenheit sind die meisten Männer daraufhin konditioniert, dass sie glauben, im Bett Höchstleistungen vollbringen zu müssen.

Nach einem Vorspiel - weil das die Frauen heutzutage erwarten - geht es schnurstracks in Richtung des üblichen Reinraus-Spiels bis zur Ejakulation. Und dabei muss “Mann” natürlich möglichst lange durchhalten - das ist manchmal Stress pur. Hinzu kommt, dass die meisten Menschen den Sex sehr unbewusst, manchmal sogar eher mechanisch, erleben und ausführen. Wahre Intimität und Nähe entsteht aber durch Aufmerksamkeit, Öffnung und sich aufeinander einlassen. Hier spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle.

Ein Grund, warum viele Männer ihre Ejakulation nicht kontrollieren können, ist ein innerer Druck, ausgelöst von eigenen Erwartungshaltungen und der Angst zu versagen. Dieser innere Druck wird geringer, wenn Sie sich Zeit und Ruhe beim Liebesspiel gönnen. Nehmen Sie das Tempo heraus, praktizieren Sie gewissermaßen "Slow Sex". Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass guter Sex immer Geschlechtsverkehr, Orgasmus und Ejakulation beinhalten muss. Guter Sex ist, wenn Sie Spaß daran haben, sich entspannen können und sich wohlfühlen. Sie haben die Ejakulation wesentlich besser und einfacher unter Kontrolle, wenn Sie von Beginn an mit Ruhe und Gelassenheit ins Liebesspiel einsteigen.

2. Seien Sie sich Ihrer Erregungsphasen bewusst
Männer, die ihre Ejakulation besser kontrollieren möchten, müssen mit ihren Erregungsstadien vertraut werden, damit sie wissen, wann ihr "Point of no Return" einsetzt und in welcher Phase die nachfolgend vorgestellten Techniken noch wirksam eingesetzt werden können.

Die taoistische Sexuallehre unterscheidet beim Mann vier verschiedene Erregungsniveaus. Die erste Stufe wird als "Festigkeit" bezeichnet. Bei sexueller Erregung füllt sich das Schwellgewebe des Penis mit Blut und er beginnt sich zu bewegen und aufzurichten. Im zweiten Stadium des "Anschwellens" wird er fest aber noch nicht hart - zumindest nicht hart genug, um eindringen zu können. Im dritten Stadium, der “Härte”, ist er aufgerichtet und hart und der Mann befindet sich auf einem hohen Erregungslevel. Die nachfolgend beschriebenen Techniken setzen genau in dieser Phase an, denn hier ist es noch möglich, die Ejakulation zu kontrollieren. Im vierten Stadium, der “Hitze”, ist der Penis steif, steinhart und heiß. Die Hoden ziehen sich in den Körper zurück und der "Point of no return" steht kurz bevor. Für die Ejakulationskontrolle ist es für den Mann wichtig zu spüren, wann er der vierten Phase zusteuert und noch Zeit hat, vorher die sexuelle Energie aus den Genitalien zu ziehen.

  Beobachten Sie eine Weile Ihre Erregungskurve und entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann Sie sich der Grenze zur vierten Stufe nähern. Lassen sie dann mit den nachfolgend beschriebenen Techniken die Erregung wieder etwas abklingen und tasten sich wieder zur Grenze heran. Wenn Sie diese Übung mehrere Male wiederholen, werden Sie Ihre Erregungskurve quasi verinnerlichen und wissen, wann Sie Ihrer Sexualität freien Lauf und wann Sie sie beherrschen müssen. Das ist die eigentliche Kunst der Ejakulationskontrolle.

3. Das Ableiten der sexuellen Energie mit dem Atem
In den meisten Kampfkünsten und Meditationspraktiken wird der Atem als Werkzeug für die Kontrolle des eigenen Körpers verwendet. Er hat nämlich eine Eigenart: Die von der Herzfrequenz vorgegebenen unwillkürlichen Atemmuster (z.B. beschleunigter Atem kurz vor der Ejakulation) lassen sich durch unseren Willen willkürlich beeinflussen. Wir können beispielsweise bewusst tief und langsam atmen, auch wenn der Körper gerade in eine schnelle Atemfrequenz wechseln will. Durch diese Atemlenkung haben wir einen direkten Einfluss auf unsere Körperreaktionen.  

Eine zweite wichtige Eigenschaft des Atem ist es, dass mit ihm bewusst Energien im Körper gesteuert werden können. Die Beherrschung der Ejakulation ist nämlich nichts anderes, als die Ablenkung der sexuellen Energie von den Genitalien in andere Bereiche des Körpers.
 
Der erste grundlegende Schritt bei der praktischen Ejakulationskontrolle ist deshalb kontinuierliches tiefes und langsames Atmen während des Liebesspiels. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie durch Ihre Genitalien einatmen und die Energie innen an der Wirbelsäule in den Herzbereich hochziehen.

Dadurch wird die sexuelle Energie aus dem Genitalbereich im ganzen Körper verteilt, die Sexualität mit dem Herzen verbunden und Sie nehmen den Sex und die Erregung bewusster wahr. Außerdem ist das tiefe und langsame Atmen der Gegenpol zum beschleunigten Atmen kurz vor dem Orgasmus und senkt dadurch den Ejakulationsdrang. Schon die Veränderung des Atemmusters kann Ihnen dazu verhelfen, die Ejakulation besser zu kontrollieren. Der tiefe langsame Atem hat die paradoxe Wirkung, dass sie die Erregung bei Männern senkt, sie bei Frauen aber anfeuert, vor allem, wenn Sie hörbar in ihr Ohr atmen.

Sobald Sie merken, dass Sie sich der vierten Erregungsstufe nähern, unterbrechen Sie die Stimulation und halten Sie in allem inne, was sie gerade tun - besser zu früh, als zu spät. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen, nehmen Sie einen tiefen Atemzug und ziehen Sie dabei die Energie mit dem Atem aus den Genitalien in den Herzbereich oder sogar bis zum Scheitel. Spannen Sie dabei den Beckenboden (den sog. PC-Muskel) so fest an wie möglich. Halten Sie den Atem und die Spannung etwa 5 Sekunden an. Leiten Sie den Ausatem anschließend über den gleichen Weg wieder zurück und entspannen Sie den Beckenboden. Schon nach zwei oder drei Wiederholungen werden Sie eine deutliche Abnahme der Erregung spüren.

Nehmen Sie nun die Stimulation langsam wieder auf. Sie müssen für sich selbst den passenden Zeitraum zwischen Entspannung und Fortführung des Liebesspiels finden, damit die Erregung und Erektion nicht gänzlich verschwindet. Das Wesentliche bei der Atem- und Energielenkung, ist die Ausrichtung Ihrer Aufmerksamkeit. Die Energie im Körper geht immer dorthin, wohin Sie Ihre Aufmerksamkeit richten.
 
Wenn Sie diese auf die Ejakulation bzw. ihrer Vermeidung richten, lenken Sie die Energie aber genau dorthin. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf das momentane Erleben, auf den Energieaustausch mit Ihrer Partnerin oder eben auf die Lenkung der Energie in den Herzbereich.

Info: Der PC-Muskel
Der "Musculus Pubococcygeus", kurz PC-Muskel genannt, ist der Hauptmuskel des Beckenbodens und umschließt Anus und Genitalien wie eine Acht. Am deutlichsten ist er zu spüren, wenn Sie beim Wasserlassen den Urinfluss stoppen oder die letzten Harntropfen herausdrücken. Das Training des PC-Muskel  durch häufige Kontraktion verbessert die Blutzufuhr zum Penis und fördert die Fähigkeit, die Erektion zu halten und die Ejakulation zu kontrollieren.

4. Manuelle Techniken der Ejakulationskontrolle
Wem die Atem- und Energielenkung nicht ausreicht, kann zusätzlich noch einige manuelle Techniken anwenden, um die Erregung noch weiter abzusenken. Dies können Sie entweder selbst tun oder Ihre Partnerin darum bitten.

- Druck auf das Frenulum
Legen Sie die Fingerspitzen von Zeige- und Ringfinger auf das Frenulum, das Bändchen direkt unter der Eichel, und drücken Sie diesen Bereich mit Hilfe des Daumens zusammen. Wenn Ihre Partnerin dies übernimmt, dann umfasst sie den Penis mit der Hand und drückt mit dem Daumen auf das Frenulum. Dieser Druck wird entweder zehn Sekunden sanft ausgeübt oder fünf Sekunden so fest und tief wie möglich - auf jeden Fall so lange, bis der Ejakulationsdrang abklingt. Manche Männer sprechen auch darauf an, wenn sie den Penis mit der gesamten Hand umfassen, wobei der Daumen auf die Eichelspitze oder -unterseite Druck ausübt. Auch das Drücken auf den Penisschaft am Ansatz kann Wirkung zeigen.

- Der Punkt der Millionen Goldstücke
Angeblich waren reiche Chinesen bereit, den taoistischen Meistern bis zu einer Million Goldstücke zu zahlen, wenn sie ihnen diese Technik zeigten. Dieser Punkt liegt etwa eine Daumenbreite entfernt vom Anus auf dem Damm. Dort befindet sich eine Einkerbung, die sie mit Ihrem Finger etwa bis zum ersten Gelenk eindrücken können. Gleichzeit spannen Sie den PC-Muskel an. Mit diesem "Fingerverschluss" drücken Sie Samen- und Harnleiter gegen die Prostata, was nicht nur die Erregung senken kann, sondern beim Überschreiten des "Point of no Return" den Samenaustritt verhindert. Der “Punkt der Millionen Goldstücke” hat den Vorteil, dass Sie ihn auch während der Vereinigung mit der Frau drücken können, ohne den Penis zurück ziehen zu müssen.

- Das Ziehen des Hodensacks
Kurz vor der Ejakulation wird der Hodensack eng an den Körper herangezogen, damit der Samen heraus befördert werden kann. Indem Sie Daumen und Zeigefinger ringförmig oberhalb der Hoden legen und den Hodensack dann vom Körper wegziehen, lässt sich der Samenerguss verzögern oder sogar vorher stoppen.

Mit den hier vorgestellten Methoden und Techniken haben Sie eine Reihe von Hilfsmitteln an der Hand, um Ihre Erregung und Ihre Ejakulation zu kontrollieren. Manchmal klappt es aber auch nicht - "und das ist auch gut so", wie es ein Berliner Politiker einmal in einem anderen Zusammenhang ausdrückte. Sie und Ihr Penis sind eben keine Maschine, die man willkürlich ein- und ausschalten kann. Ihre Lust und Ihre Erregung wird von vielen Faktoren beeinfußt, u.a. auch von Ihrer Gefühlslage und Ihrem körperlichen Empfinden. Erfreuen Sie sich an Ihrer Lust und Ihrem Orgasmus.
 
Wenn Sie heute die Kontrolle der Ejakulation noch nicht so ausüben konnten, wie Sie es beabsichtigten, dann klappt es eben beim nächsten Mal. Schließlich haben Sie gerade erst damit angefangen, sich damit zu beschäftigen. Wenn es Sie beruhigt: Aus Sicht der Taoisten kommt die Mehrzahl der Männer "vorzeitig" zum Samenerguss, weil man imstande sein
sollte, selbst zu entscheiden, wann man ejakulieren will. Somit ist jeder ungewollte Samenerguss eine verfrühte Ejakulation.

Wichtig ist nicht die Zeitspanne, die Sie Ihre Ejakulation zurück halten können, sondern ob Sie und Ihre Partnerin mit dem Liebesspiel insgesamt zufrieden sind. Guter Sex ist eben nicht nur der Geschlechtsverkehr, sondern jede Art und Weise, die beide Partner beglückt.

Bildquellen:
Yin-Yang: Carina Döring / pixelio.de
Paar: Bernd Boscolo / pixelio.de
Steine: Stephanie Hofschläger / pixelio.de
Mund: Rike / pixelio.de
Amor & Psyche: cora / pixelio.de
Mann:
Maren Beßler / pixelio.de


 

 

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