Die
Ursachen vieler Unsicherheiten
Anders sieht es nach dem Höhepunkt aus: Wenn der
Mann gekommen ist, dann ist erst einmal Pause. Bevor
er wieder sexuell erregt ist, braucht es seine Zeit
- je älter der Mann ist, desto länger. Das ist
einfach physiologisch so. Die Frau dagegen kann nach
dem ersten Orgasmus ohne Ruhepause erneut zum
Höhepunkt kommen - manchmal sogar mehrmals
hintereinander. Und sollte dies nicht der Fall sein,
so genießt Sie doch das weitergehende Liebesspiel
sehr, weil ihre Erregungskurve nur langsam abfällt.
Genau diese beiden diametral gegenüberstehenden
Gegebenheiten sind die Ursachen vieler
Unsicherheiten und Probleme beim Sex: Der - meist
vergebliche - Versuch simultaner Höhepunkte; die
Frage, ob sie auch tatsächlich gekommen ist; das
Bemühen der Frau, sich auf das Tempo des Mannes
einzustellen usw. Mit all diesen Vorzeichen ist das
Liebesleben manchmal ganz schön stressig.
Um
ein für beide Seiten wirklich zufrieden stellendes
Sexualleben genießen zu können - und zwar sowohl
hinsichtlich der Entspanntheit als auch der
Höhepunkte, schlägt die oben erwähnte Psychologin
Jude Cotter eine Dreierregelung vor:
1. Die Frau zuerst
Treffen Sie gemeinsam die Vereinbarung, dass die
Frau immer zuerst ihren Höhepunkt erreichen kann.
Wie und auf welche Weise dies geschieht, bestimmt
sie selbst: ob ihre Klitoris direkt stimuliert oder
der G-Punkt massiert werden soll, mit der Hand, mit
der Zunge, mit einem Vibrator - wie auch immer. Aber
ihr sollte immer die Möglichkeit eingeräumt werden,
zuerst zu kommen. Das ist nicht Gentlemenlike
sondern einfach Physiologie. Diese Regelung ist
übrigens auch für den Mann sehr entspannend. Es gibt
wenig, was so gut für das Selbstbewußtsein ist, als
zu sehen und zu erleben, wie die Partnerin durch
sein Einwirken zum Höhepunkt kommt.
Nachdem die Frau ihren Orgasmus erreicht hat, können
sich beide entspannt dem weiteren Liebesspiel
hingeben. Bei den meisten Paaren, die sich auf die
Dreierregelung verständigt haben, hat jetzt der
eigentliche Geschlechtsverkehr seinen Platz.
2. Die Frau entscheidet, wann der richtige Zeitpunkt
für das Eindringen gekommen ist
Kein Mann kann erkennen, wann eine Frau wirklich
bereit dazu ist, ihn eindringen zu lassen.
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Feuchtigkeit oder erigierte Brustwarzen sind dafür
nicht wirklich aussagekräftig. Die einzige, die
wirklich weiß, wann es soweit ist, ist die Frau
selbst. Deshalb ist es selbstverständlich, dass Sie
entscheidet, wann der Zeitpunkt der Vereinigung
gekommen ist (durch zeigen, sagen oder tun).
3. Es sollte immer die Frau sein, die den Penis des
Partners einführt.
Indem Sie ihn dirigiert und zeigt, wie und wann Sie
"ihn" haben will, behält Sie die Kontrolle darüber
wie schnell sich die Dinge zum Höhepunkt entwickeln.
Das wiederum ist Voraussetzung dafür, dass es bei
ihr überhaupt so weit kommt. Diese dritte Regel ist
meist eng mit der zweiten Regel verbunden.
Kein Dogma daraus machen
Die "Dreierregel" ist kein Gesetz sondern lediglich
eine Richtlinie, die es Paaren ermöglichen ihre
Sexualität stressfreier zu leben. Sie sollte nicht
zu einem Dogma werden oder eine andere Form von
Stress erzeugen wie z.B.: "Er stimuliert mich jetzt
schon so lange, ich muß jetzt endlich kommen." Wenn
es heute nicht klappt, dann ist es eben so und
dennoch kann das Liebesspiel schön und erfüllend
sein, wenn beide entspannt damit umgehen. Und:
Manchmal macht es auch Spaß, die Vereinbarung
einfach zu durchbrechen; für einen Quickie, ein
Rollenspiel und was immer Ihnen einfällt.
Das Liebesleben wird entspannter
Diese Regeln scheinen auf den ersten Blick für die
Frauen gemacht zu sein. Aber, wie Dr. Cotter
unterstreicht, "es ist der Mann der sexuell eher
fragil ist, nicht die Frau." Was einfach nur
bedeutet, dass Männer aus physiologischen Gründen
eher Stress wegen eines vermeintlichen
Erwartungsdrucks bekommen können als Frauen. Mit der
hier vorgeschlagenen Vereinbarung wird Ihr
Liebesleben entspannter und Sie können sich mehr auf
die Herz-zu-Herz-Verbindung konzentrieren.
Die
Dreierregel bedeutet allerdings nicht, dass der Mann
sich im Bett das Heft aus der Hand nehmen lässt. Im
Gegenteil, er kann jetzt alle seine Fähigkeiten als
Liebhaber ausspielen.
Bildquelle:
Dieter Schütz / pixelio.de |